Wilhelm Sprenger wurde am 11. Dezember 1928 in Gudensberg geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er 1946 mit dem Boxsport, zunächst durch Zufall, da es kaum organisierte Sportvereine gab. Er trainierte in Lohne, aber viele der Boxer stammten aus Gudensberg, weshalb sich das sportliche Geschehen oft dorthin verlagerte.

Das Interview führten Martina und Kurt Sprenger.

Sprenger war anfangs unsicher, doch mit ersten Erfolgen wuchs seine Begeisterung. Da es keinen festen Boxring gab, improvisierten die Sportler, indem sie ihre Trainingsumgebung selbst herrichteten. Die Trainingsbedingungen waren hart: Er fuhr mit dem Fahrrad zu Wettkämpfen und hatte oft lange, anstrengende Trainingseinheiten.

Er kämpfte in der Mittel- und Halbschwergewichtsklasse und errang zahlreiche Siege, unter anderem wurde er Kreis- und Bezirksmeister. Besondere Erfolge erzielte er gegen den Hessenmeister, den er zweimal besiegen konnte. Seine Wettkämpfe führten ihn bis nach Bochum und Kassel. Obwohl die finanziellen Mittel knapp waren, kämpfte er mit großem Einsatz.

In den frühen 1950er-Jahren endete seine Boxkarriere, da der Sport zunehmend kommerzialisiert wurde und Geld eine größere Rolle spielte. Während seiner aktiven Zeit war er auch in Kontakt mit amerikanischen Militärangehörigen, die den Boxsport förderten. Trotz härterer Kämpfe erlitt er keinen Knockout und wurde für seinen langen Arm und seine Technik geschätzt.

Nach seiner aktiven Karriere löste sich der Boxverein langsam auf. Wilhelm Sprenger blickt mit Stolz auf seine sportliche Vergangenheit zurück und bewahrt Erinnerungen in Form von Urkunden und Zeitungsausschnitten.